Die 40 Innovationsprinzipien der TRIZ sind allgemeine Lösungsrichtungen, mit denen sich Zielkonflikte in technischen Systemen auflösen lassen. Unter Prinzip 35, Veränderung des Aggregatzustands (auch Parameteränderung), steht etwa der knappe Rat, Konzentration oder Temperatur zu ändern. Die Kürze hat aus unserer Sicht einen Grund, denn erst ein abstraktes Prinzip lässt sich auf andere Branchen übertragen. Vor dem eigenen Problem hilft so ein Rat allein aber oft wenig. Besonders greifbar wird ein Prinzip, wenn Sie es in einer Patentschrift wiederfinden, denn dort stehen Problem, Lösung und Vorteil nachprüfbar in einem Dokument. Mit der Widerspruchsmatrix, einer Tabelle typischer Zielkonflikte, geht man vom Widerspruch zum Prinzip. Wir gehen den umgekehrten Weg, also genau den, auf dem Altschuller die Prinzipien einst vor allem aus Patenten gewonnen hat. Von den fertigen Lösungen in zwei öffentlich einsehbaren Patentschriften arbeiten wir uns über Anspruch und Beschreibung zurück zum Prinzip und zum Widerspruch, den die Lösung auflöst. Ob die Erfinder TRIZ kannten, wissen wir nicht. Für die Lesart spielt das keine Rolle, denn auch Altschuller hat die Prinzipien aus den fertigen Lösungen anderer Erfinder herausgelesen.

TL;DR

- Die 40 TRIZ-Prinzipien sind allgemeine Empfehlungen, wie Sie ein System ändern, um ein Problem zu lösen, das als Widerspruch formuliert ist.

- Ist der Hauptanspruch zweiteilig gefasst, steht das Neue im kennzeichnenden Teil, meist nach „dadurch gekennzeichnet“; dort suchen Sie das Prinzip, das den Zielkonflikt löst.

- Im Patent zum Wischblatt, EP 0 935 546 B1, finden wir die Prinzipien 6 und 25, im Patent zum Bimetall-Sägeband, EP 0 569 349 B1, das Prinzip 35.

- Die Zuordnung eines Prinzips ist eine technische Lesart der Schrift, keine Aussage über Schutzbereich, Rechtsstand oder Verletzung.

Wie ein Innovationsprinzip aufgebaut ist und woher es stammt

In der Wissensdatenbank der MATRIZ, der internationalen TRIZ-Vereinigung, besteht ein Innovationsprinzip aus einem Namen und wenigen Unterpunkten, die eine Richtung für die Änderung vorgeben. Unter Prinzip 1, das wir Zerlegen, Zerteilen nennen und das dort Segmentation heißt, stehen drei Wege, nämlich das Objekt in unabhängige Teile zu teilen, es leicht zerlegbar zu machen oder es stärker zu unterteilen.

Entwickelt hat die 40 Prinzipien der Begründer der TRIZ, G. S. Altschuller. Er hat dafür die Beschreibungen zahlreicher Erfindungen untersucht, etwa Patente.

Die Prinzipien lassen sich allein nutzen oder zusammen mit der Widerspruchsmatrix. Diese Matrix stellt typische technische Parameter gegeneinander und nennt für jede Paarung die Prinzipien, die für sie am häufigsten verwendet werden. Jede Paarung steht für eine Art von technischem Widerspruch, also einen Zielkonflikt zwischen zwei Parametern. Altschullers ursprüngliche Matrix hat 39 Parameter.

Die 40 Innovationsprinzipien im Überblick

Die 40 Innovationsprinzipien sind von 1 bis 40 nummeriert. Die Tabelle nennt die deutschen Namen, mit denen wir arbeiten. In anderen Quellen stehen oft andere Namen, etwa Segmentierung für Prinzip 1.

Nr.

Prinzip

Kurz gesagt

1

Zerlegen, Zerteilen

Objekt in unabhängige Teile zerlegen

2

Abtrennen

störenden Teil oder störende Eigenschaft abtrennen

3

Lokale Eigenschaft

Übergang von homogener zu inhomogener Struktur

4

Asymmetrie

Übergang von symmetrischen zu asymmetrischen Formen

5

Vereinen

gleichartige oder zur Zusammenarbeit bestimmte Objekte räumlich gruppieren oder koppeln

6

Mehrzwecknutzung

Objekt erfüllt mehrere Funktionen

7

Verschachtelung

ein Objekt ist in einem anderen enthalten

8

Gegengewicht

Gewicht durch ein Objekt mit Auftriebskraft kompensieren

9

Vorgezogene Gegenaktion

erforderliche Gegenaktion vorab ausführen

10

Vorgezogene Aktion

erforderliche Maßnahme ganz oder teilweise im Voraus ausführen

11

Vorbeugemaßnahme

unzureichende Zuverlässigkeit durch vorab getroffene Gegenmaßnahmen kompensieren

12

Äquipotentialprinzip

Objekt mit konstantem Energiepotential arbeiten lassen

13

Funktionsumkehr

die umgekehrte Wirkung anstreben

14

Krümmung

geradlinige Konturen durch krummlinige ersetzen

15

Anpassung

System stellt sich in jeder Phase des Betriebs automatisch optimal ein

16

Partielle/überschüssige Wirkung

etwas mehr oder weniger als 100 Prozent verwirklichen

17

Höhere Dimension

Übergang zu Bewegung oder Platzierung in einer höheren Dimension

18

Schwingungen

Objekt in Schwingung versetzen oder vibrieren lassen

19

Periodische Wirkung

kontinuierliche durch periodische, pulsierende Wirkung ersetzen

20

Kontinuität nützlicher Aktionen

ohne Unterbrechung mit konstanter Last arbeiten

21

Durcheilen, Überspringen

schädliche oder gefährliche Aktionen mit sehr hoher Geschwindigkeit durchführen

22

Zulassen des Unzulässigen

schädliche Faktoren für eine positive Wirkung nutzen

23

Rückkopplung/Rückmeldung

Rückkopplung einführen, um ein System zu verbessern

24

Mediator/Vermittler

Zwischenobjekt nutzen, das die Wirkung überträgt oder selbst durchführt

25

Selbstversorgung und -bedienung

System bedient sich selbst, führt Hilfs- und Reparaturarbeiten selbst aus

26

Arbeiten mit Modellen oder Kopien

vereinfachte, billige Kopie statt eines komplexen, teuren Objekts

27

Billige Kurzlebigkeit statt teurer Langlebigkeit

teures Objekt durch mehrere billigere ersetzen

28

Ersatz mechanischer Wirkprinzipien

mechanisches durch optisches, akustisches, thermisches oder chemisches System ersetzen

29

Pneumatik und Hydraulik

schwere oder starre Teile durch Gas oder Flüssigkeit ersetzen

30

Flexible Hüllen und Folien

flexible Hüllen, Membranen oder dünne Filme statt herkömmlicher Konstruktionen

31

Poröse Materialien

Objekt porös gestalten oder poröse Materialien hinzufügen

32

Veränderung von Farbe, Durchsichtigkeit

Farbe eines Objekts oder seiner Umgebung ändern

33

Gleichartigkeit/Homogenität

interagierende Objekte aus demselben oder einem ähnlichen Material

34

Beseitigung, Regeneration

Teile beseitigen oder verwerten, die ihre Funktion erfüllt haben

35

Veränderung des Aggregatzustands

Aggregatzustand eines Objekts ändern

36

Anwendung von Phasenübergängen

Effekte bei Phasenübergängen nutzen

37

Wärmeausdehnung

thermische Ausdehnung oder Kontraktion nutzen

38

Starkes Oxidationsmittel

mit Sauerstoff angereicherte statt gewöhnlicher Luft

39

Träges Medium/inerte Atmosphäre

reaktionsträgeres oder inertes Medium statt des üblichen

40

Verbundmaterial

homogenes Material durch Verbundmaterial ersetzen

So finden Sie ein TRIZ-Prinzip in einer Patentschrift

Ausgangspunkt für die Suche nach dem Innovationsprinzip einer Erfindung ist der Hauptanspruch. Die Leitfrage lautet, welchen Widerspruch der bekannten Lösung die neuen Merkmale auflösen. Oft sind es mehrere, und entsprechend finden sich auch mehrere Prinzipien. Wir empfehlen fünf Schritte in dieser Reihenfolge.

1. Hauptanspruch lesen. Für Anmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt schreibt § 9 Abs. 4 der Patentverordnung vor, dass der erste Anspruch die wesentlichen Merkmale der Erfindung nennt. Enthält die Schrift weitere unabhängige Ansprüche, etwa für ein Verfahren neben einer Vorrichtung, lohnt auch ein Blick auf diese Nebenansprüche.

2. Bekanntes und Neues trennen. Bei zweiteilig gefassten Ansprüchen enthält der Oberbegriff die aus dem Stand der Technik bekannten Merkmale. Der kennzeichnende Teil beginnt mit „dadurch gekennzeichnet, dass“, in älteren Schriften „daß“, mit „gekennzeichnet durch“ oder einer sinngemäßen Wendung. Er nennt die Merkmale, für die zusammen mit dem Oberbegriff Schutz begehrt wird. Ist der Anspruch einteilig gefasst, wie fast immer in US-Schriften, ermitteln Sie das Neue durch den Vergleich mit dem Stand der Technik in der Beschreibung.

3. In der Beschreibung Nachteil und Vorteil suchen. Nach § 10 der Patentverordnung gibt die Beschreibung den bekannten Stand der Technik an, gegebenenfalls die vorteilhaften Wirkungen der Erfindung und das zugrunde liegende Problem, soweit es sich nicht schon aus der Lösung oder diesen Wirkungen ergibt. Der Nachteil des Bekannten zeigt, was sich verschlechtert. Die vorteilhafte Wirkung zeigt, was sich verbessern soll. In unseren beiden Beispielen steht das Problem am Anfang, wo die Beschreibung den Stand der Technik schildert.

4. Den Widerspruch benennen. Formulieren Sie ihn für die bekannte Lösung. Ein technischer Widerspruch liegt vor, wenn die Verbesserung eines Parameters einen anderen Parameter desselben Systems nicht hinnehmbar verschlechtert (WENN …, DANN …, ABER …). Soll dagegen ein und derselbe Parameter zugleich zwei gegensätzliche Werte annehmen, ist es ein physikalischer Widerspruch. Findet sich gar keiner, ist auch das ein Befund, denn manche Erfindungen optimieren nur.

5. Erst dann das Prinzip zuordnen. Suchen Sie das Parameterpaar des technischen Widerspruchs in der Widerspruchsmatrix. Prüfen Sie, welcher der vorgeschlagenen Kandidaten den kennzeichnenden Teil am besten beschreibt, und gleichen Sie im Zweifel mit allen 40 Prinzipien ab, denn die tatsächlich genutzte Lösung steht nicht immer unter den Empfehlungen. Bei einem physikalischen Widerspruch führt die Matrix nicht weiter. Dann helfen die Separationsprinzipien, die die gegensätzlichen Forderungen etwa nach Zeit, Ort oder Bedingung trennen, und Sie können die 40 Prinzipien direkt durchgehen, wie im Beispiel Bimetall-Sägeband. Notieren Sie das Ergebnis als Ihre Lesart, nicht als Eigenschaft des Patents.

Wie Oberbegriff, Unteransprüche und Nebenansprüche zusammenhängen, erklärt unser Beitrag zum Aufbau eines Patentanspruchs. Eine Schrift zum Üben finden Sie in Espacenet, das laut Europäischem Patentamt kostenlosen Zugriff bietet, oder in DEPATISnet. Wie Sie dort nach Funktion oder Nummer suchen, zeigt unser Beitrag zu Espacenet und DEPATISnet. Für den Anfang empfehlen wir eine ältere Schrift aus Ihrem Fachgebiet, deren Technik Sie kennen.

Beispiel Wischblatt: Prinzip 6 und 25 in EP 0 935 546 B1

Das erste Beispiel ist ein Wischblatt der Robert Bosch GmbH für Autoscheiben, beschrieben in der Patentschrift EP 0 935 546 B1, angemeldet 1998. Der Oberbegriff beschreibt ein Wischblatt der Bauart, bei der ein federelastisches Tragelement die herkömmliche Tragbügelkonstruktion ersetzt. Dafür liegen zwei Federschienen in Längsnuten der Gummileiste.

Den technischen Widerspruch schildert die Beschreibung selbst. Bei hoher Fahrgeschwindigkeit verringert der Fahrtwind den Anpressdruck so weit, dass das Wischergebnis leidet. Mehr Anpressdruck würde dort helfen, erhöht aber bei langsamer Fahrt die Reibung, das Geräusch und die Belastung von Antrieb und Wischgummi. Ein Spoiler aus dem Zubehörhandel scheidet aus, weil er in der Regel starr ist und die Flexibilität des Tragelements praktisch aufheben würde.

Der kennzeichnende Teil löst das mit der Wischleiste selbst. Der Teil der Wischleiste oberhalb der Federschienen, also auf der Seite weg von der Scheibe, ist zumindest abschnittsweise „als Windabweisleiste (54) ausgebildet“. Laut Beschreibung baut der Fahrtwind an dieser Leiste eine Kraft zur Scheibe auf, so dass der Anpressdruck mit der Fahrgeschwindigkeit steigt oder fällt. Das zweite Merkmal des kennzeichnenden Teils betrifft den Sitz der Anschlussvorrichtung für den Wischerarm; wir lassen es beiseite.

Wir lesen darin zwei Prinzipien. Prinzip 6, Mehrzwecknutzung, erkennen wir daran, dass ein vorhandenes Teil eine zusätzliche Aufgabe übernimmt und ein eigenes Spoilerteil entfällt. Prinzip 25, Selbstversorgung und -bedienung, erkennen wir daran, dass die Lösung eine Energie nutzt, die ohnehin anfällt, nämlich den Fahrtwind.

Beispiel Bimetall-Sägeband: Prinzip 35 in EP 0 569 349 B1

Beim Bimetall-Sägeband der Patentschrift EP 0 569 349 B1 der Böhler Ybbstalwerke, angemeldet 1993, stecken zwei Prinzipien schon im Oberbegriff. Dort steht ein Schneidstahl, der längs auf ein Trägerband geschweißt ist und die Zahnspitzen bildet. Die Beschreibung begründet diesen Aufbau damit, dass die Zähne hohe Schneidhaltigkeit brauchen und das Band im Betrieb wechselnd auf Biegung beansprucht wird. Darin erkennen wir Prinzip 40, Verbundmaterial, und Prinzip 3, lokale Eigenschaft. Weil der Oberbegriff die bekannten Merkmale enthält, suchen Sie das Prinzip der Erfindung im kennzeichnenden Teil.

Das Problem, das die Erfindung löst, liegt eine Stufe tiefer, bei der Wärmebehandlung. Laut Beschreibung wird das Trägerband für seine Biegewechselfestigkeit bei zum Beispiel 560 bis 600 Grad Celsius angelassen, der Schneidstahl für hohe Härte bei zum Beispiel 520 bis 560 Grad. Lässt man das Band mit der bisherigen Trägerlegierung so an, wie es seine Biegewechselfestigkeit verlangt, wird der Schneidstahl nicht zugleich hart und verschleißfest genug. Die Anlasstemperatur müsste also zugleich hoch und niedrig sein, und das lesen wir als physikalischen Widerspruch. Beim Wischblatt standen zwei Parameter gegeneinander, hier verlangen zwei Bauteile von derselben Größe, der Anlasstemperatur, entgegengesetzte Werte.

Der kennzeichnende Teil legt die Gehalte an Kohlenstoff, Aluminium und Vanadin in beiden Legierungen fest, im Schneidstahl zum Beispiel 0,08 bis 2,0 Gewichtsprozent Aluminium. Laut Beschreibung bildet der so legierte Schneidstahl seinen Härtegipfel beim Anlassen, das Sekundärhärtemaximum, erst bei höheren Temperaturen. Damit wird eine Wärmebehandlung möglich, die für beide Werkstoffe günstig ist. Wir ordnen das dem Prinzip 35 zu, Veränderung des Aggregatzustands. Die Erfindung nutzt dessen zweiten Unterpunkt, Eigenschaften wie die Konzentration zu ändern; den Aggregatzustand selbst ändert sie nicht.

Was die Zuordnung eines Prinzips rechtlich nicht sagt

Ob Sie eine Lösung nutzen dürfen, deren Prinzip Sie in einem Patent erkannt haben, beantwortet die Zuordnung nicht. Den Schutzbereich bestimmen nach § 14 Patentgesetz die Patentansprüche; Beschreibung und Zeichnungen sind zu ihrer Auslegung heranzuziehen. Bei europäischen Patenten ist nach dem Protokoll zu Artikel 69 EPÜ auch Elementen Rechnung zu tragen, die Äquivalente der Elemente im Anspruch sind. Den aktuellen Rechtsstand von Schutzrechten mit Wirkung in Deutschland zeigt das DPMAregister.

Hinweis. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine eigene Lösung frei von fremden Patenten ist, lassen Sie bitte von einer Patentanwältin oder einem Patentanwalt prüfen; dafür sind weder dieser Beitrag noch unsere Masterclass gedacht.

Fazit: Erst der Widerspruch, dann das Prinzip

Wenn Sie statt von einer fremden Patentschrift von einem eigenen Zielkonflikt ausgehen wollen, zeigt unser Beitrag zur TRIZ-Widerspruchsmatrix den Weg vorwärts über die Parameter zum Prinzip.

In unserer Masterclass arbeiten wir in 90 Minuten online an einem echten Patentanspruch, leiten Widersprüche ab und ordnen TRIZ-Prinzipien zu. Wenn Sie das live sehen möchten, melden Sie sich zur Masterclass an.

Häufig gestellte Fragen

Was ist TRIZ, und wofür steht die Abkürzung?

TRIZ steht für die Theorie des erfinderischen Problemlösens; die Abkürzung kommt vom russischen Namen der Methode. Die Richtlinie VDI 4521 Blatt 2 beschreibt TRIZ als Systematik von Annahmen, Regeln, Methoden und Werkzeugen.

Sind Innovationsprinzipien, Erfindungsprinzipien und Lösungsprinzipien dasselbe?

Innovationsprinzipien und Erfindungsprinzipien sind zwei deutsche Namen für dieselben 40 Prinzipien Altschullers, englisch „inventive principles“. Die Ausbildungsrichtlinien des European TRIZ Campus sprechen von Innovationsprinzipien. Mit Lösungsprinzip meinen sie etwas anderes, nämlich Lösungen aus anderen technischen Fachgebieten, die man über die gesuchte Funktion findet.

Was tun, wenn mehrere Prinzipien zu einer Erfindung passen?

Notieren Sie alle Prinzipien, die der kennzeichnende Teil tatsächlich trägt; mehrere zugleich sind kein Fehler, beim Wischblatt oben sind es zwei. Welche Prinzipien in Frage kommen, hängt laut MATRIZ auch davon ab, ob Sie den Widerspruch als technischen oder als physikalischen fassen.

Kann eine KI die Prinzipien in Patentschriften erkennen?

Eine KI kann Ihnen Vorschläge für Widerspruch und Prinzip machen, die Zuordnung prüfen Sie aber selbst am Wortlaut des Anspruchs. Unter unseren kostenlosen TRIZ-Skills für Claude, also Erweiterungen für dieses KI-Werkzeug, sucht der Patent Analyzer Widersprüche in Patentschriften; der Contradiction Solver arbeitet mit den 40 Prinzipien und der Matrix.

Quellen

- The International TRIZ Association MATRIZ: Inventive principle, TRIZ Knowledge Base, 2026. https://wiki.matriz.org/docs/triz/problem-solving-tools-5890/contradictions/inventive-principles-6023/

- Valeri Souchkov, The International TRIZ Association MATRIZ: Glossary of TRIZ and TRIZ-Related Terms, Version 1.0, 2014. https://matriz.org/wp-content/uploads/2016/11/TRIZ-Glossary.pdf

- European TRIZ Campus e. V.: Qualitätsrichtlinien für die TRIZ-Zertifizierungs-Ausbildung und -Prüfung, Version 2, 2026. https://www.triz-campus.eu/wp-content/uploads/2026/03/ETC-Quality-Guidelines_DE-Version-2final.pdf

- VDI 4521 Blatt 2, Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ, Zielbeschreibung, Problemdefinition und Lösungspriorisierung, Ausgabe 2018-04, DIN Media. https://www.dinmedia.de/de/technische-regel/vdi-4521-blatt-2/279023665

- Europäisches Patentamt: EP 0 935 546 B1, Wischblatt zum Reinigen von Scheiben von Kraftfahrzeugen, Patentblatt 2003/06. https://data.epo.org/publication-server/rest/v1.2/patents/EP0935546NWB1/document.pdf

- Europäisches Patentamt: EP 0 569 349 B1, Bi-Metall-Bandrohling sowie daraus gefertigtes Bi-Metall-Sägeblatt, Patentblatt 1997/10. https://data.epo.org/publication-server/rest/v1.2/patents/EP0569349NWB1/document.pdf

- Europäisches Patentamt: Espacenet, Patentsuche. https://www.epo.org/de/searching-for-patents/technical/espacenet

- Patentverordnung, § 9 Patentansprüche. https://www.gesetze-im-internet.de/patv/__9.html

- Patentverordnung, § 10 Beschreibung. https://www.gesetze-im-internet.de/patv/__10.html

- Patentgesetz, § 14. https://www.gesetze-im-internet.de/patg/__14.html

- Europäisches Patentübereinkommen, Protokoll über die Auslegung des Artikels 69 EPÜ. https://www.epo.org/de/legal/epc/2020/protinta69.html

- Deutsches Patent- und Markenamt: DPMAregister. https://www.dpma.de/recherche/dpmaregister/index.html