„Welche Stufe brauchen wir?" Diese Frage höre ich in Trainingsgesprächen häufiger als jede andere. Die häufigste falsche Antwort lautet: die höchste, die das Budget zulässt.
Diese Antwort scheitert schon an der Ausbildungsordnung. Die TRIZ-Level sind keine Auswahl, sondern ein Pfad. Level 2 setzt ein Level-1-Zertifikat voraus, Level 3 ein Level-2-Zertifikat. Wer bei Level 3 einsteigen möchte, kann das unabhängig vom Budget nicht.
Entscheidend sind deshalb drei andere Fragen: Welche Rolle übernimmt die Person nach dem Training? An welchem technischen Fall arbeitet sie? Und wer sorgt dafür, dass die Methode danach tatsächlich genutzt wird?
Dieser Beitrag gibt eine klare Empfehlung für das TRIZ-Training in Ihrem Unternehmen: Beginnen Sie mit Anwendung und Transfer, nicht mit der höchsten Zertifikatsstufe. Und planen Sie den Weg dorthin als Pfad über mehrere Jahre, nicht als einmalige Buchung.
TL;DR
- Jeder Weg beginnt bei Level 1. Level 2 erfordert ein Level-1-Zertifikat, Level 3 ein Level-2-Zertifikat. Die Frage ist nicht, welches Level Sie kaufen, sondern wie weit Sie gehen und für wen.
- Level 1 für das Team, das mit der Methode arbeiten soll. Drei Tage (24 Stunden), eigene Fälle, gemeinsame Sprache. Deckt die meisten Entwicklungsprobleme ab.
- Level 2 für ein oder zwei Methodenträger, die nach Level 1 Kollegen anleiten und Workshops vorbereiten. Fünf Tage (40 Stunden).
- Level 3 ist mehr als ein weiterer Kurs, es ist eine Rolle. 80 Stunden plus Abschlussprojekt macht niemand nebenbei, und niemand ohne abgeschlossenes Level 2.
- Ein Zertifikat belegt eine bestandene Prüfung, nicht die Anwendung im Betrieb. Entscheidend ist der eigene bearbeitete Fall.
- Der teuerste Fehler: eine Person schulen und allein lassen. Zwei halten sich im Prozess, drei bilden eine Arbeitsweise.
Die Kurzentscheidung: Wie weit gehen Sie, und mit wem?
Jeder Weg beginnt mit Level 1. Die Frage ist, wen Sie anschließend weiterqualifizieren.
Level 1 passt zu Entwicklungs-, Konstruktions- und Projektteams. Ziel ist eine gemeinsame Sprache für technische Probleme. Das Team kann eigene Fälle strukturiert beschreiben und erste Lösungsrichtungen entwickeln. Für alle Teilnehmenden ist das der Einstieg, unabhängig von Vorerfahrung.
Level 2 richtet sich an ein oder zwei aktive Anwender mit Level-1-Zertifikat, die Kollegen intern unterstützen und Workshops mit vorbereiten. Sie werden zu Methodenträgern, die die Vorgehensweise im Alltag stabilisieren.
Level 3 ist für Personen gedacht, die nach Level 2 dauerhaft Verantwortung für die Methode übernehmen. Sie moderieren anspruchsvolle Fälle, unterstützen mehrere Teams und entwickeln interne Standards weiter.
Beginnen Sie also nicht bei der Zertifikatsstufe. Beginnen Sie bei Rolle, Fall und Teamgröße, und entscheiden Sie erst nach dem ersten Schritt, wer den nächsten geht.
Die drei Level im Überblick
Die folgende Übersicht folgt den Qualitätsrichtlinien des European TRIZ Campus e. V. (ETC), der die Ausbildungsstufen definiert und zertifiziert.
Level 1: TRIZ Basic | Level 2: TRIZ Advanced | Level 3: TRIZ Expert | |
|---|---|---|---|
Voraussetzung | keine | Level-1-Zertifikat nach den ETC-Richtlinien | Level-2-Zertifikat nach den ETC-Richtlinien |
Dauer | 3 Tage (24 Stunden) | 5 Tage (40 Stunden) | 2 x 5 Tage (80 Stunden) plus Abschlussprojekt |
Für wen | Entwicklungs- und Konstruktionsteams | Interne Methodenträger | Methodenverantwortliche |
Kerninhalte | Funktions-, Ursachen- und Ressourcenanalyse, Idealität und ideales Endergebnis, Trimmen, technische Widersprüche mit Widerspruchsmatrix und 40 Innovationsprinzipien, physikalische Widersprüche und Separationsprinzipien, Systemoperator, Effekt-Datenbanken | Vertiefung der Level-1-Werkzeuge auf komplexe Fälle, Stoff-Feld-Modelle und 76 Standardlösungen, Funktionsanalyse und Trimmen für Prozesse, funktionsorientierte Suche und Feature Transfer, S-Kurven-Analyse, Einführung in ARIZ-85C | Anwendung von ARIZ-85C auf komplexe Fälle, Fluss- und Super-Effekt-Analyse, Klonprobleme, Trends der Technikevolution und TRIZ-basierte Vorhersage, antizipierende Fehlererkennung, Patentumgehung |
Eigener Fall | Praxisübungen aus Entwicklung, Produktion oder Service | Eigenes Praxisbeispiel der Teilnehmenden | Abschlussprojekt mit realer Problemstellung |
Abschluss | Schriftliche Prüfung (mind. 1 Stunde), Zertifikat des European TRIZ Campus e. V. | Schriftliche Prüfung (mind. 1,5 Stunden), Zertifikat des European TRIZ Campus e. V. | Schriftliche Prüfung (mind. 2 Stunden) und Abschlussprojekt |
Format | Offen oder Inhouse | Offen oder Inhouse | Offen oder Inhouse |
Truinorva bildet auf Level 1 und Level 2 aus, offen und inhouse, jeweils mit Abschlussprüfung und Zertifikat des European TRIZ Campus e. V.
Wie sich der Pfad nach oben verengt, zeigen die Zahlen des European TRIZ Campus: Bisher hat er 587 Zertifikate für Level 1, 79 für Level 2 und 21 für Level 3 ausgestellt (Stand September 2026).
TRIZ Level 1: Der verbindliche Einstieg für anwendende Teams
Level 1 ist keine oberflächliche Einführung. Richtig angelegt, schafft es eine belastbare Arbeitsgrundlage für technische Teams. Zugleich ist es die formale Voraussetzung für alles, was danach kommt.
Im Mittelpunkt steht der technische Widerspruch: zwei erwünschte Eigenschaften, die so zueinander stehen, dass die Verbesserung der einen die andere verschlechtert. Gewicht reduzieren und Stabilität erhalten. Durchsatz erhöhen und Prozesssicherheit bewahren. Kosten senken und Qualität sichern. Wie man solche Widersprüche formuliert und auflöst, beschreibt der Beitrag Technische Widersprüche lösen im Detail.
Im Basistraining geht es nicht darum, möglichst viele Werkzeuge auswendig zu lernen. Das Team muss einen Fall präzise beschreiben, den Widerspruch benennen und systematisch nach Wirkprinzipien suchen. Die 40 Innovationsprinzipien sind dafür der bekannteste Baustein: aus der systematischen Auswertung von Patenten abgeleitete Lösungsmuster, etwa Zerlegen, Vorher-Wirkung oder Umkehrung. Dazu kommen Funktions-, Ursachen- und Ressourcenanalyse, mit denen ein Problem überhaupt erst sauber strukturiert wird, sowie Idealität und Trimmen als Blick auf das, was das System eigentlich leisten soll.
Das passt für Entwickler, Konstrukteure, Produktverantwortliche und interdisziplinäre Teams. Wer die Methode zunächst einordnen möchte, findet die Grundlagen im Beitrag Was ist die TRIZ-Methode?.
TRIZ Level 2: Für interne Methodenträger
Level 2 ist nicht einfach mehr Stoff. Es ist die nächste Stufe für Personen, die nach Level 1 andere bei der Anwendung unterstützen sollen. Das Level-1-Zertifikat ist dafür nicht nur inhaltlich sinnvoll, sondern formal erforderlich.
Inhaltlich kommen Werkzeuge hinzu, die über den einzelnen Widerspruch hinausgehen: Stoff-Feld-Modelle und die 76 Standardlösungen, die Funktionsanalyse und das Trimmen für Prozesse, die funktionsorientierte Suche nach Lösungen aus anderen Branchen, der Feature Transfer, der nützliche Eigenschaften eines alternativen Systems überträgt, und die S-Kurven-Analyse, mit der sich der Reifegrad eines Systems einordnen lässt. ARIZ-85C, ein mehrstufiger Ablaufplan für besonders schwierige Probleme, wird hier zunächst in Zweck und Aufbau vorgestellt. Gleichzeitig werden die Level-1-Werkzeuge auf komplexere Fälle vertieft. Jeder Teilnehmende bearbeitet ein eigenes Praxisbeispiel.
Diese Personen bereiten später Workshops vor, helfen bei der Problemformulierung und sorgen dafür, dass aus einem einmaligen Training eine wiederholbare Arbeitsweise wird. Dafür brauchen sie ein Mandat, Zeit und eine ausreichende Zahl passender Projekte.
Die Level-1-Basis ist gesetzt. Prüfen Sie vor der Buchung deshalb drei weitere Punkte: Gibt es wiederkehrende technische Konflikte? Hat die Person Zeit für interne Begleitung? Unterstützt die Entwicklungsleitung Moderation und Coaching tatsächlich? Wenn Sie weniger als zwei dieser Fragen klar mit Ja beantworten, sollte zunächst die Anwendung des Gelernten aus Level 1 Vorrang haben.
Auch die Zeitfrage verdient eine ehrliche Antwort. Der Beitrag Wie lange dauert ein TRIZ-Training wirklich? zeigt, was ein Training in welcher Zeit leisten kann. Entscheidend ist nicht allein die Trainingszeit, sondern die Arbeit an echten Fällen danach.
TRIZ Level 3: Mehr als ein Kurs, eine Rolle
Wer Level 3 anstrebt, braucht mehr als Methodeninteresse. Die Person braucht ein abgeschlossenes Level 2 und einen Auftrag. Sie moderiert komplexe Fälle, coacht Teams und entwickelt die interne Vorgehensweise weiter.
80 Stunden Ausbildung plus ein Abschlussprojekt an einer realen Problemstellung erledigt niemand nebenbei. Inhaltlich geht es um die Anwendung von ARIZ-85C auf Probleme, die sich mit den einfacheren Werkzeugen nicht mehr lösen lassen, um Fluss- und Super-Effekt-Analyse und Klonprobleme, um Trends der Technikevolution und TRIZ-basierte Vorhersage, um die antizipierende Fehlererkennung und um die systematische Patentumgehung. Das ist Werkzeug für Menschen, die im Haus dauerhaft für Methodik zuständig sind.
Planen Sie diesen Schritt nur, wenn geklärt ist, welche Projekte die Person danach moderiert, welche Teams sie coacht und wie viel Arbeitszeit dafür reserviert ist. Ebenso muss feststehen, wer Fälle priorisiert und woran Sie nach sechs Monaten erkennen, ob die Methode tatsächlich genutzt wird.
Ohne belastbare Antworten bleibt es sinnvoller, die Breite auf Level 1 auszubauen und die Level-2-Anwender ihre Rolle stabilisieren zu lassen.
Warum sichere Grundlagen vor Werkzeugtiefe kommen
Manche Unternehmen wollen möglichst schnell bei den fortgeschrittenen Verfahren ankommen und arbeiten danach doch wieder mit den bekannten Kompromissen, weil der erste Schritt unsicher bleibt: das Problem sauber beschreiben.
ARIZ ist ein mehrstufiger Ablaufplan für Probleme, die sich mit den einfachen TRIZ-Werkzeugen nicht lösen lassen. Das Verfahren ist wertvoll. Aber wer einen Widerspruch sauber formuliert, kommt bei den meisten Entwicklungsproblemen weiter als jemand, der ARIZ kennt und sein Problem nicht präzisieren kann.
Dass die Level aufeinander aufbauen, ist deshalb kein bürokratisches Hindernis, sondern genau die richtige Reihenfolge. Meine Empfehlung lautet ohnehin fast immer gleich: erst die Grundlagen im Team verankern, dann die Tiefe bei den Personen aufbauen, die sie tragen sollen.
Was eine TRIZ-Zertifizierung aussagt, und was nicht
Eine Zertifizierung ist ein formaler Nachweis für eine bestandene Prüfung. Bei Truinorva stellt der European TRIZ Campus e. V. die Zertifikate für Level 1 und Level 2 nach erfolgreicher Abschlussprüfung aus.
Das ist sinnvoll und für viele Unternehmen wichtig, nicht zuletzt weil das Zertifikat einer Stufe die Eintrittskarte für die nächste ist. Nur eines belegt ein Zertifikat nicht: dass die Person die Methode im Unternehmen anwendet.
Hier liegt der Unterschied zwischen einem Lernnachweis und betrieblicher Anwendungskompetenz. Die Forschung zum Trainingstransfer beschreibt diesen Unterschied seit Jahrzehnten: Ob Gelerntes im Arbeitsalltag ankommt, hängt weniger vom Training selbst ab als von Unterstützung durch Führungskräfte und Kollegen, von Rückmeldung und von Gelegenheiten zur Anwendung kurz nach dem Training.
Die wichtigste Frage an jeden Anbieter lautet deshalb: Mit welchem dokumentierten Ergebnis aus einem eigenen technischen Fall verlässt jede teilnehmende Person das Training? Lehrbeispiele sind für den Einstieg sinnvoll. Ein Training, aus dem niemand mit einem bearbeiteten eigenen Fall herausgeht, hat aber einen wesentlichen Teil seiner Wirkung verschenkt.
Der teure Fehler: Eine Person schulen und allein lassen
Das Muster kenne ich gut. Eine engagierte Person besucht eine offene TRIZ-Schulung, kehrt mit neuen Ansätzen zurück und trifft auf eingespielte Teamroutinen. Ohne Mandat, Zeit und Mitstreiter endet die Anwendung nach einigen Monaten, und die Methode gilt intern als gescheitert. Dabei war nicht die Methode das Problem. Der Transfer war nie geplant.
Meine Faustregel: Zwei Personen halten sich gegenseitig im Prozess, drei bilden bereits eine Arbeitsweise. Das deckt sich mit dem, was die Transferforschung über die Rolle von Kollegen und Vorgesetzten sagt.
Wenn Ihr Budget nur für einen Platz reicht, prüfen Sie stattdessen einen moderierten Workshop am akuten Teamproblem. Ein gemeinsames Ergebnis ist meist wirtschaftlicher als ein isoliertes Zertifikat.
Offene TRIZ-Schulung oder Inhouse-Schulung?
Diese Frage stellt sich auf jeder Stufe neu, und hier haben Sie tatsächlich eine Wahl.
Eine offene Schulung passt für einzelne Personen oder kleine Gruppen. Sie bringt branchenübergreifende Perspektiven und den Austausch mit anderen Unternehmen, bleibt aber bei vertraulichen Details zwangsläufig begrenzt. Eigene Fälle lassen sich einbringen, doch die Rückübersetzung ins eigene Team bleibt anschließend bei den Teilnehmern.
Eine Inhouse-Schulung richtet sich an mehrere Personen aus einem Team. Sie schafft einen geschützten Rahmen, bei Bedarf mit Vertraulichkeitsvereinbarung, und kann einen konkreten eigenen Fall ins Zentrum stellen. Terminologie, Prozesse und Arbeitsmittel des Unternehmens lassen sich einbeziehen. Das erleichtert den Start, weil das Team nicht erst eine fremde Methode in sein System übersetzen muss.
Die Inhouse-Schulung passt deshalb besonders, wenn ein konkreter technischer Fall vorliegt und mehrere Personen daran arbeiten sollen. Für einzelne künftige Methodenträger, denen der Blick von außen wichtig ist, kann das offene Format die bessere Wahl sein.
Vier Budget-Szenarien
Budget für eine Person
Buchen Sie nicht automatisch einen Einzelplatz. Bei einem akuten Teamkonflikt ist ein fokussierter Problemlösungsworkshop oft sinnvoller. Das Ergebnis sind ein klarer Widerspruch, Lösungsrichtungen und nächste Tests.
Kleines Entwicklungsteam mit wiederkehrenden Problemen
Wählen Sie ein Level-1-Inhouse-Training am realen Fall. Planen Sie innerhalb weniger Wochen einen zweiten Fall.
Mehrere Teams mit langfristigem Bedarf
Bauen Sie Level 1 zunächst in der Breite auf. Qualifizieren Sie anschließend ein oder zwei aktive Anwender für Level 2. Feste Fallsprechstunden und ein Blick auf die Anwendung nach 30, 60 und 90 Tagen verhindern, dass die Methode wieder versandet.
Unternehmensweite Methodenfunktion
Level 3 setzt ein abgeschlossenes Level 2 voraus und passt darüber hinaus nur mit Rollenbeschreibung, Kapazitätsbudget, Projektpipeline und Mandat der Geschäftsführung. Planen Sie diesen Weg über mehrere Jahre. Eine hochqualifizierte Person, die vollständig im Tagesgeschäft gebunden bleibt, kann die erwartete Wirkung nicht erzeugen.
Zehn Fragen vor der Buchung
- Welche eigenen Fälle dürfen wir einbringen?
- Wie viel Zeit arbeitet die Gruppe an realen Problemen statt an Lehrbeispielen?
- Welche dokumentierten Ergebnisse entstehen?
- Wie geht der Anbieter mit vertraulichen Daten, Zeichnungen und Schutzrechten um?
- Wie viele Personen aus demselben Team empfiehlt der Anbieter?
- Welche Transferbegleitung ist nach dem Training vorgesehen?
- Erfüllt das Zertifikat die Richtlinien des European TRIZ Campus e. V., sodass die nächste Stufe darauf aufbauen kann?
- Welche Organisation stellt das Zertifikat aus, und was umfasst die Prüfung?
- Wer moderiert den ersten internen Anwendungsfall?
- Wie prüfen wir nach 30, 60 und 90 Tagen, ob die Methode tatsächlich genutzt wird?
Das Einführungsmodell, das sich in der Praxis bewährt
Wählen Sie zuerst einen wirtschaftlich relevanten und ausreichend eingrenzbaren technischen Fall. Qualifizieren Sie dann die Personen, die später tatsächlich zusammenarbeiten sollen, mit Level 1 oder einem anwendungsnahen Teamtraining.
Dokumentieren Sie Problemdefinition, Widerspruch, verwendete Werkzeuge, Lösungsrichtungen und Experimente. Bearbeiten Sie zeitnah einen zweiten Fall. Erst dann wählen Sie aktive Anwender für Level 2 aus.
Level 3 prüfen Sie erst, wenn diese Personen ihr Level 2 abgeschlossen haben und eine stabile Methodenrolle entstanden ist.
Häufig gestellte Fragen
Welches Level ist für den Einstieg richtig?
Level 1. Auf dem Weg zum Zertifikat gibt es keine Alternative. Es ist zugleich die formale Voraussetzung für Level 2 und vermittelt die Werkzeuge, die im Entwicklungsalltag am häufigsten gebraucht werden: Problemstrukturierung, Widerspruchsformulierung und die 40 Innovationsprinzipien. Alles Weitere baut darauf auf.
Kann jemand mit viel Erfahrung direkt in Level 2 oder Level 3 einsteigen?
Nein. Für Level 2 ist ein Level-1-Zertifikat nach den Richtlinien des European TRIZ Campus e. V. erforderlich, für Level 3 ein Level-2-Zertifikat. Berufserfahrung ersetzt die vorhergehende Stufe nicht.
Wie lange dauern TRIZ Level 1, 2 und 3?
Laut den Qualitätsrichtlinien des European TRIZ Campus e. V. mindestens 24 Stunden für Level 1, 40 Stunden für Level 2 und 80 Stunden für Level 3, dazu bei Level 3 ein eigenes Abschlussprojekt. Das entspricht drei Tagen, fünf Tagen und zweimal fünf Tagen.
Wie viele Personen sollten gleichzeitig geschult werden?
Mindestens zwei aus demselben Team, besser drei. Eine einzelne Person arbeitet nach dem Training gegen die Gewohnheiten aller anderen und gibt erfahrungsgemäß nach wenigen Monaten auf.
Was sagt ein TRIZ-Zertifikat aus?
Dass eine Prüfung bestanden wurde, und dass die nächste Stufe offensteht. Bei Truinorva stellt der European TRIZ Campus e. V. die Zertifikate für Level 1 und Level 2 aus. Ob die Methode danach angewendet wird, entscheidet sich im Betrieb, nicht in der Prüfung.
Offene Schulung oder Inhouse, wann passt was?
Inhouse, wenn ein konkreter Fall vorliegt und mehrere Personen daran arbeiten sollen. Offen, wenn Einzelne einsteigen oder der Austausch mit anderen Branchen im Vordergrund steht.
Fazit: Planen Sie den Pfad, nicht das höchste Zertifikat
Level 1 schafft eine gemeinsame Grundlage. Level 2 qualifiziert interne Träger, die Level 1 abgeschlossen haben. Level 3 setzt Level 2 und eine echte Methodenrolle voraus. Die Reihenfolge ist vorgegeben. Die Frage ist, wie weit Sie gehen und mit wem.
Ein Zertifikat ist ein sinnvoller Nachweis. Es belegt nicht, dass die Methode im Entwicklungsalltag lebt. Mehrere Personen, die an echten Fällen arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, sind wertvoller als ein isolierter hochqualifizierter Teilnehmer.
Welches Format zu Ihrem Team passt, klären wir am besten anhand Ihres konkreten Falls. Die Trainings und ihre Inhalte finden Sie unter TRIZ-Trainings und Zertifizierung.
Quellen
- European TRIZ Campus e. V.: Zertifizierende Organisation der TRIZ-Trainings. triz-campus.eu
- European TRIZ Campus e. V.: Qualitätsrichtlinien für die TRIZ-Zertifizierungs-Ausbildung und -Prüfung (deutsche Fassung, Version 2, März 2026). triz-campus.eu
- European TRIZ Campus e. V.: Ausgestellte Zertifikate Level 1 bis 3. triz-campus.eu/ausbildung
- Stepanek, S. und Paul, M. (2022): Training Transfer. Quality Improvement Center for Workforce Development, University of Nebraska-Lincoln. digitalcommons.unl.edu
- VDI 4521 Blatt 1: Erfinderisches Problemlösen mit TRIZ, Grundlagen und Begriffe. vdi.de
